Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

Elex, Autobaukästen, Motoren usw.
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Dilettant Germany
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Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1733

Beitrag von Dilettant »

Hallo Allerseits,

wenn man wegen der großen Hitze die Wohnung nicht verlassen möchte, kommt man auf die "dümmsten" Ideen:
ich hatte kürzlich einen Märklin Uhrwerkmotor No.202 günstig erwerben können und mich interessierte die Laufzeit des voll aufgezogenen Uhrwerks:
K1024_20220719_130030.JPG
Es hat mich schon einige Überwindung gekostet, den Uhrwerkmotor so fest aufzuziehen, wobei ich mich nicht bis an den mechanischen Anschlag getraut habe.

Meine ermittelten Laufzeiten, Motor mit Blick auf die Schnurlaufrad mit Klauenkupplung rechtsdrehend:

Langsamgang: 2 min/49sec. bis 3 min/42sec.
Schnellgang: 45 sec. bis 58 sec.

Vielleicht mag ja der eine oder andere von Euch mal seinen Motor testen, so könnte ich feststellen, ob eine gründliche Reinigung die Laufzeiten verbessern würde.
Das Thema Reinigung hatten wir hier ja schon mal.

Ich zitiere Markus Schild: "Grundsätzlich gilt: "Richtig ölen vor dem Lauf hebt Ärger und Enttäuschung auf." Lauf ohne ausreichende Schmierung ruiniert in kurzer Zeit die weichen Messingzahnräder."

VG

Friedemann
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Georg Germany
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1736

Beitrag von Georg »

Hallo Friedemann,

ich habe Deiner Bitte entsprochen und meine Märklin 202 aufgezogen und leer (ohne Last) laufen lassen.
Ich habe die Zeiten für beide Geschwindigkeiten gestoppt und das Ganze dreimal gemacht.
Meine Motoren liefen so, wie sie aus der Kiste beziehungsweise aus der Schublade kamen. Ich habe nichts geölt oder gesäubert.
Hier sind die Zeiten:
Märklin 202 Zeiten.jpg
Wie man sieht, unterscheiden sich die Laufzeiten deutlich. Die Extrema habe ich farblich markiert.
Ob ich durch Reinigen und/oder Schmieren das Ergebnis noch verbessern könnte, sei mal dahingestellt.
Ich denke die 8 Minuten im langsamen Gang sind ein Ausreißer, aber 4 Minuten sollten es schon sein.
Der zweite Motor in der Tabelle, ein roter, hatte verschlissene Zahnräder. Und der langsame Gang sprang gerne raus und ich musste den Hebel mit der Hand festhalten. Das kostet Laufzeit.

Nach 30 mal das Uhrwerk bis zum Anschlag aufziehen schmerzt mein vor 25 Jahren übel gebrochenes Handgelenk. Was macht man nicht alles für's Hobby?
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Grüße
Georg

Ich schraube, also bin ich.
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1737

Beitrag von Fabian »

Hallo zusammen,

eure Reihenmessungen finde ich sehr interessant. Leider kann ich nicht dazu beitragen, denn ich besitze nur einen kleinen Märklin Motor. Aber zum Thema ölen hätte ich da gleich mal eine Frage, denn ich verbaue ja gerne reichlich Zahnräder.

Erstens habe ich mal irgendwo (weiß aber nicht mehr wo) gelesen, dass Messingzahnräder so etwas wie Notlaufeigenschaften hätten. dass sie also auch ungeölt keinen Schaden nehmen. Stimmt das?
Bei meinen Getrieben öle ich immer in erster Linie die Lager und dann ein bisschen auch die Zahnräder. Aber das gibt immer eine ziemliche Sauerei finde ich. Lieber wäre es mir eigentlich sie nicht zu ölen. Aber das traue ich mich auch nicht.

Grüße von Fabian
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1740

Beitrag von Georg »

Hallo Fabian,

ich baue meine Modelle so auf, dass sie sich trocken leicht bewegen (drehen) lassen. wenn alles gut funktioniert, bekommen die Lagerstellen ein bisschen Öl. Also alle Stellen, an denen sich eine Welle in einem Lochband oder irgendeinem Messing-Lagerteil dreht.
An diesen Lagerstellen herrscht tatsächlich Gleitreibung, die mit Schmierung geringer wird.

Zwischen zwei Zahnrädern mit idealer Evolventen-Verzahnung herrscht zwischen den Zähnen keine Gleitreibung, sondern die Zähne rollen an den Zahnflanken aufeinander ab. Man müsste eigentlich nicht schmieren. Der Haken dabei liegt in der Einschränkung "ideal". Keine übliche Verzahnung ist ideal, da es immer(!) Lagerspiel und Fertigungstoleranzen gibt und damit eben doch eine, wenn auch geringe, Gleitreibung zwischen den Zahnflanken da ist. In unserem Spielzeug sind die Toleranzen und Spiele nicht klein, sondern beachtlich.
Daher kann es sich lohnen, auch die Zahnräder leicht zu ölen. Das Schmiermittel dämpft auch das Geräusch, das ja von irgendwelchen ungewollten Bewegungen der Teile gegeneinander herrührt.

Wenn das Modell fertig ist und es trocken läuft, wirst Du beim Ölen der Lagerstellen sofort eine Verbesserung des Laufs (Geschwindigkeit, Drehzahl, Geräusch) feststellen. Ein Schmieren der Zahnräder bringt auch eine Verbesserung, die jedoch nicht so auffallend ist. In "richtigen" Getrieben dient das Öl auch zur Wärmeabfuhr, da jegliche Reibung Wärme erzeugt, die "weg muss".

Wenn du auf geringe Reibung Wert legst, sollten Du Schneckengetriebe meiden. Die Schnecke hat eine schräge Verzahnung und das 19er Ritzel beispielsweise hat eine relativ breite, gerade Verzahnung. Ein Eingriff des 19er Ritzels in die Schnecke unter einem Winkel von 90° funktioniert nur mit viel Reibung und Öl. Also nichts Gutes für den Tischdeckensauberkeitsbeauftragten. :)))
Grüße
Georg

Ich schraube, also bin ich.
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1741

Beitrag von Hans-Gerd »

Hallo Fabian,

aus meiner Erfahrung mit etwas größeren und schwereren Fahrzeugmodellen kann ich sagen, dass nach einer gewissen Zeit alle Messing-Zahnräder zumindest mehr oder weniger deutliche Gebrauchsspuren zeigen - egal, ob geölt oder nicht. Es kommt halt auch darauf an, welche Drehmomente bzw. Kräfte zu übertragen sind. Da ist man mit Delrin-Zahnrädern vermutlich oftmals besser bedient.

Beim Schneckengetriebe meiner MAN-Kippmechanik habe ich den Motor mitsamt Schnecke gemäß der Schneckengänge entsprechend schräg montiert, weil ich mir einbilde, dass die Schneckengänge dann großflächiger auf dem Ritzel laufen und der Verschleiß reduziert wird. Bis jetzt funktionier es auch ohne Ölen recht gut, aber die Kräfte halten sich bei dieser Anwendung auch in Grenzen.

Ölen verbessert einiges - das mache ich auch - , aber danach ist halt alles versaut.

Grüße aus dem Rheinland
Hans-Gerd
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1742

Beitrag von Dilettant »

Georg hat geschrieben: 20.07.2022 20:11 Hallo Friedemann,

ich habe Deiner Bitte entsprochen und meine Märklin 202 aufgezogen und leer (ohne Last) laufen lassen.
Ich habe die Zeiten für beide Geschwindigkeiten gestoppt und das Ganze dreimal gemacht.
Meine Motoren liefen so, wie sie aus der Kiste beziehungsweise aus der Schublade kamen. Ich habe nichts geölt oder gesäubert.
Hier sind die Zeiten:

Märklin 202 Zeiten.jpg

Wie man sieht, unterscheiden sich die Laufzeiten deutlich. Die Extrema habe ich farblich markiert.
Ob ich durch Reinigen und/oder Schmieren das Ergebnis noch verbessern könnte, sei mal dahingestellt.
Ich denke die 8 Minuten im langsamen Gang sind ein Ausreißer, aber 4 Minuten sollten es schon sein.
Der zweite Motor in der Tabelle, ein roter, hatte verschlissene Zahnräder. Und der langsame Gang sprang gerne raus und ich musste den Hebel mit der Hand festhalten. Das kostet Laufzeit.

Nach 30 mal das Uhrwerk bis zum Anschlag aufziehen schmerzt mein vor 25 Jahren übel gebrochenes Handgelenk. Was macht man nicht alles für's Hobby?
Hallo Georg,
danke für Deine Mühe, da hast Du ja h verbracht mit Aufziehen/Stoppen/Dokumentieren.
Ich hoffe, Deinem Handgelenk geht es wieder besser?
Durch Deine Ergebnisse angespornt, habe ich noch eine 2. Versuchsreihe gestartet.
Zum Glück besitze ich nur ein Motorexemplar.
Märklin 202.xlsx
Auffällig bei meinem Motor, den ich jetzt immer bis zum Anschlag aufgezogen hatte, sind die nahezu identischen Messergebnisse.

Märklin war halt doch ein Qualitätsprodukt.

VG

Friedemann
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1744

Beitrag von Fabian »

Hallo Georg und Hans-Gerd,

danke für die Infos, dann habe ich es ja im Prinzip ganz richtig gemacht mit dem Ölen.

Die 8 Minuten vom großen Märklin Motor sind ja beachtlich. Das sind ja schon Grammophon Dimensionen. Hätte ich nicht gedacht.

Gruß

Fabian
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1745

Beitrag von Dilettant »

Hier noch mal meine Laufzeitentabelle als Foto:
K1024_20220721_111014.JPG
VG

Friedemann
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1746

Beitrag von Dilettant »

Interessant wäre der Vergleich mit einem großen Walther Stabil Uhrwerkmotor.
Den besaß ich mal, heute leider nicht mehr.
Da konnte man die Hemmung einstellen und so sagenhaft lange Laufzeiten erreichen.
Ich meine um die 30 min.?

VG

Friedemann
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1747

Beitrag von Georg »

Hallo Friedemann,

ja, der legendäre große Stabilmotor. Der wäre als Vergleich ganz interessant. Aber als Halbzoll-Schrauber ist er für mich weniger zu gebrauchen.
Ich nehme es Mal auf meine Liste der zu erledigenden Aufgaben, den Märklin 201 und die diversen Meccano Uhrwerke zu messen.
Diese sind wesentlich verbreiteter.
Von den Meccano-Uhrwerken gibt es vielleicht sogar schon Messungen in irgend einem englischen Archiv.
Grüße
Georg

Ich schraube, also bin ich.
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1756

Beitrag von Dilettant »

Georg hat geschrieben: 20.07.2022 20:11 Hallo Friedemann,

ich habe Deiner Bitte entsprochen und meine Märklin 202 aufgezogen und leer (ohne Last) laufen lassen.
Ich habe die Zeiten für beide Geschwindigkeiten gestoppt und das Ganze dreimal gemacht.
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Märklin 202 Zeiten.jpg

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Nach 30 mal das Uhrwerk bis zum Anschlag aufziehen schmerzt mein vor 25 Jahren übel gebrochenes Handgelenk. Was macht man nicht alles für's Hobby?
Hallo Georg,

Dein Motor Nr.4 scheint ein ganz besonderes Exemplar zu sein. Er bringt annähernd die doppelten Laufleistungen aller anderen Motoren.
Wäre interessant zu wissen, ob es dort eine Auffälligkeit gibt, die andere Motoren nicht haben?
Oder ist er quasi neuwertig?
Meine Überlegungen gingen auch in Richtung der Hemmung.
Wenn dort zuviel geschmiert wurde kann sie u.U. ihren zugedachten Dienst nicht mehr richtig erfüllen.
Die durch die Fliehkraft gespreizten Gewichte sollten sich an der runden Innenbahn durch Reibung abbremsen, Schmierung könnte diese Funktion beeinträchtigen.
Das hieße, dort alles trocken zu halten?

VG

Friedemann
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Georg Germany
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1757

Beitrag von Georg »

.
Hallo Friedemann,
hier ein paar schnelle Fotos aus dem Smartphone, daher mit nur durchschnittlicher Qualität.
Es fehlt die eine Abtriebswelle, die bei der 1 im Blech sein sollte. Die fehlt aber auch bei anderen meiner Motoren.
Ich bin nicht der große Restaurator und Sammler. Bei mir kommen solche Sachen eher zufällig ins Haus und werden dann weggeräumt, wie sie sind.
Der Motor ist innen trocken, nicht geölt, leicht verstaubt, nicht verklebt oder verharzt.

Es ist der Motor Nr.4 in meiner Tabelle - der, der so lange Laufzeiten hat.
202 - Nr.4a.jpg
202 - Nr.4b.jpg
202 - Nr.4c.jpg
202 - Nr.4d.jpg
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Grüße
Georg

Ich schraube, also bin ich.
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1759

Beitrag von Dilettant »

Hallo Georg,

danke für's ausführliche Zeigen.
Ich werde jetzt mal interessehalber bei meinem Motor die Abtriebswelle 1 entfernen und dann wieder messen.
Deine 8 min spornen mich schon an, andererseits schreibst Du, dass auch an deinen übrigen Motoren diese Welle 1 fehlt.
Dann kann dies eigentlich nicht der Grund sein für diese extreme Laufzeit im Vergleich zu Deinen anderen Motoren.

Messergebnisse von anderen Foristen wären wünschenswert.

Schönes Wochenende

VG

Friedemann
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1761

Beitrag von Dilettant »

Habe jetzt nochmals einen Laufzeitversuch ohne Welle 1 gemacht:
K1024_20220723_120101.JPG
Wie zu sehen ist, ohne Auswirkung auf die Laufzeit, deswegen habe ich auch nach einer Messung abgebrochen.

Das Geheimnis der Langen Laufzeit von Georg's Motor Nr.4 bleibt weiter ungelüftet....

VG

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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1770

Beitrag von Georg »

Hallo Uhrwerkfreunde,

die Leistung eines Uhrwerks im Leerlauf zu messen ist nicht zwingend aussagekräftig.
Hatte nicht Peter Hartmann aus der Schweiz mal eine Maschine (aus Metallbaukasten natürlich) vorgestellt, die das messen konnte?
Mehrere Leute konnten sich noch beim Telefongespräch daran erinnern, dass es das gab, aber ich habe in meinen Unterlagen und im öffentlichen Teil des AMS-Archivs nichts gefunden.
Wer weiß was?
Danke!
Grüße
Georg

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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1772

Beitrag von Dilettant »

Hallo Georg,
Wir messen ja nicht die Leistung , sondern nur die max.Laufzeiten.
Interessieren würde mich aber sehr die von dir erwähnte Maschine zur Leistungsmessung

VG

Friedemann
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1773

Beitrag von Hans-Gerd »

Hallo Friedemann,

da hilft nur Eines: Selbst eine solche Maschine bauen :-)

Die Leistung an einer Welle wird üblicherweise über das Drehmoment M und deren Drehzahl n ermittelt, also
P = M * 2 * PI * n.

Wenn man z. B. eine bestimmte Gewichtskraft F = m * g mit einer Welle definierten Radiusses r hochhebt und
gleichzeitig die Drehzahl der Welle misst, dann bekommt man die Leistung.
Und wenn die Welle langsam genug dreht und man die Umdrehungen mitzählen kann, dann braucht man noch
nichtmal ein Drehzahlmessgerät und einen Taschenrechner, um die Leistung zumindest abzuschätzen.

Es würde mich aber nicht wundern, wenn Peter Hartmann es anders und vor allem pfiffiger hinbekommen hat.
Vielleicht taucht seine Maschine ja nochmal auf und das würde mich dann auch interessieren.

Grüße aus dem Rheinland
Hans-Gerd
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1774

Beitrag von Dilettant »

Hallo Hans Gerd,
danke für deine Erläuterungen und den physikalischen Exkurs.
Naja, dein Vorschlag wäre schon irgendwie umsetzbar.
ICh bin allerdings nicht der begnadete Schrauber...
Industriell werden dieMotoren ja mit einer Wirbelstrombremse abgebremst und so deren Leistung ermittelt.
Ob so etwas en Miniature auch umsetzbar wäre, kann ich nicht beurteilen.
Ich bin auch sehr gespannt, ob hier jemand die besagte Maschinen , bzw.deren Konstruktion aus der Versenkung holt?

VG aus Münsingen, bin derzeit dort stationiert :)*

Friedemann
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Georg Germany
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Re: Märklin Uhrwerkmotor 202-Laufzeiten?

#1786

Beitrag von Georg »

Hallo Uhrwerker,

es ist etwas weg vom Thema "Laufzeiten 202", aber hat immerhin etwas mit Uhrwerken zu tun.
.
PXL_20220727_122213081.jpg
.
Es handelt sich um die Kartons des kleinen Märklin Uhrwerks aus unterschiedlichen Epochen. In den beiden oberen sind schwarze Uhrwerke drin.
Diesen Motor gab es noch relativ lange (bis 1960) bei Märklin im Programm. Hatte er am Ende immer noch den Schlangenleder-Karton 201F?
Ab 1957 hieß er doch 1070 - gab es da zumindest einen neuen Aufkleber?

Wer weiß was?
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Grüße
Georg

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