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Märklin Straßenwalze M 819 F

Verfasst: 20.01.2026 19:36
von Frank
Hallo Schrauber,

da die Schaufensteranlagen von Märklin für mich eine besondere Herausforderung darstellen, habe ich mal versucht die Straßenwalze M 819 F nachzubauen. Ich wollte sie so autentisch wie möglich nach dem Original nachempfinden.
Da keinerlei Zeichnungen sondern nur das Bild aus dem Katalog vorhanden war, waren Löcher zählen, ausprobieren und viel Geduld angesagt.
Im Gegensatz zum Original kann meine Straßenwalze selbständig vorwärts und rückwärts fahren.
Die Maße sind 76 cm lang, 45 cm hoch und 30cm tief, Gewicht 9,4 kg.

Re: Märklin Straßenwalze M 819 F

Verfasst: 20.01.2026 20:04
von dieselrauch
Hallo Frank,
eine tolle Leistung, dieses Modell anhand des Bildes nachzubauen. Mich würde auch die andere Seite interessieren. Wie hast du die Platten für die Räder so gleichmäßig rund bekommen?
Viele Grüße
Ingo

Re: Märklin Straßenwalze M 819 F

Verfasst: 20.01.2026 20:13
von Georg
Hallo Ingo,

vielleicht gibt's mal einen Bericht in einem bekannten Magazin über die ausgesprochen gelungene Straßenwalze? ;-)

Re: Märklin Straßenwalze M 819 F

Verfasst: 20.01.2026 20:45
von Wolfgang
Hallo Frank,

die Straßenwalze gefällt mir ausgesprochen gut. Nur nach dem Screenshot bzw. dem Prospekt zu bauen,
ist in meinen Augen eine beachtliche Leistung.
Aufgefallen sind mir die dunklen (schwarzen?) Verkleidungsplatten an den Rädern und der Walze. Dergleichen
habe ich bei Märklin noch nicht gesehen. Auf dem Prospekt und dem Screenshot sind diese Platten allerdings
hell. Nun habe ich kaum bzw. wenig Kenntnis von Märklin Metallbaukästen, da ich seit Jugendtagen ausschließlich
mit Trix schraube, aber diese Platten haben mich neugierig gemacht. Da sie auf dem Screenshot abgebildet sind,
muss es sie ja geben.
Wie funktioniert denn die selbständige Vorwärts- und Rückwärtsfahrt der Walze?

Mir fällt gerade auf, dass Ingo von gebogenen Platten spricht, also keine Verkleidungsplatten?

Grüße von Wolfgang

Re: Märklin Straßenwalze M 819 F

Verfasst: 20.01.2026 21:34
von Norbert
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Hallo Frank,

ein sehr schönes Modell und soweit ich es sehen kann bis auf die Lampen unter dem Dach und die Walze auch authentisch rekonstruiert!

@Wolfgang: Das sind keine Verkleidungsplatten sondern gebogene Rechteckplatten, wie man bei Vergrößerung der Bilder erkennen kann:
  • bei der Walze 11 x 5 Loch Große Rechteckplatten No. 52
  • bei den Hinterrädern 5 x 7 Loch Kleine Rechteckplatten No. 53
Durch Verwendung dieser Platten werden Schraubenköpfe auf den Laufflächen vermieden!

Zur Zeit der orangen Märklinteile 1980-86 gab es auch zwei schwarze Verkleidungsplatten, aber die waren nur 5 x 3 und 9 x 3 Loch groß.

Gruß
Norbert

Nachtrag (23:30):

Während bei den Hinterrädern die Länge der Kleinen Rechteckplatte mit derjenigen des Großen Bogenbands korrespondiert und die Langlöcher des Bands Längenkorrekturen erlauben, können die Umfangskreise der Räder mit acht Platten geschlossen werden.

Bei der Walze sieht das anders aus:
Bei einem Innen-Ø des Großen Rads No. 96 von max.151 mm und einer Breite der Großen Rechteckplatte von 63 mm weden rechnerisch ca. 7,5 Platten benötigt, um den Kreisumfang von 474 mm zu schließen. Bei Verwendung einer schmalen 11 x 3 Loch Rechteckplatte No. 53a con 37 mm Breite ergibt sich rechnerisch eine Überlänge von 3 mm. Die kann entweder durch Aufweitung des Großen Rads oder durch Abschneiden eines Rechteckflansches oder durch Suchen nach insgesamt möglichst schmalen Platten erreicht werden.

Frank, wie sieht Deine Lösung aus?
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Re: Märklin Straßenwalze M 819 F

Verfasst: 21.01.2026 09:46
von Frank
Hallo Schrauber,
vielen Dank für das interesse an meiner Straßenwalze.
Nun ein paar Antworten, ich fange mit der Beleuchtung an. Im Origanaltext werden zwei Beleuchtungslämpchen erwähnt, sie sind zwar nicht abgebildet aber machen nur Sinn wenn sie im Dach verbaut sind.
Bei den Großen Rädern habe ich abgewinkelte Rechteckplatten 5x7 Loch geküzt, gewalzt und abgekantet.
Bei der Walze habe ich 5x11 Loch abgewinkelte Rechteckplatten verwendet, allerdings 3 Stück geändert auf 4x11 Loch so das der Durchmesser genau passend war für das große Rad.
Im der Beschreibung steht dass das Modell hochgestellt war und sich nur die Hinterräder und wahrscheinlich die Mechanik der Dampferzeugung gedreht haben. Ich dachte mir, da das innenleben eh keiner sieht, das man die Walze ja auch fahren lassen könnte und habe einen 12 Volt Motor mit Akku verbaut.

Re: Märklin Straßenwalze M 819 F

Verfasst: 21.01.2026 15:50
von Wolfgang
Hallo Frank, hallo Norbert,

danke für die Erläuterungen und Klarstellungen bzgl. der Platten an den Laufflächen der Räder.
Eigentlich hätte es mir klar sein müssen, dass es sich nicht um Verkleidungsplatten handelt; diese
sind ja nur an den Rändern gelocht, nicht über die gesamte Fläche.
Wieder etwa dazu gelernt.

Grüße von Wolfgang

Re: Märklin Straßenwalze M 819 F

Verfasst: 21.01.2026 19:01
von dieselrauch
Hallo Frank,
du schreibst in deiner Vorstellung, dass du erst 2024 mit Metallbaukasten angefangen hast. Ich kann kaum glauben, wie man in so kurzer Zeit die Teile und die Kenntnis erlangen kann, um dieses Modell zu bauen.
Soweit ich die Löcher zählen kann, ist dieses Modell (Die Räder), nicht mit heutigen Standartteilen aufzubauen.
Viele Grüße
Ingo

Re: Märklin Straßenwalze M 819 F

Verfasst: 21.01.2026 19:37
von Frank
Hallo Ingo,
wie ich oben schon geschrieben habe sind es schwarze Standartteile die ich umgearbeitet habe.
Ich bin im Februar 2024 bei meinem jetzigem Schrauberkollegen mit dem Wiener Riesenrad von Märklin in Berührung gekommen. Er hatte Probleme, kam nicht weiter und hat mich gefragt ob ich ihm nicht mal helfen könnte. Habe noch nie mit Metallbaukästen gearbeitet und war sofort begeistert. Das Riesenrad habe ich dann fertiggebaut. Ich bin bis heute fasziniert über die tollen Modelle die man damit bauen kann.
Viele Grüße Frank

Re: Märklin Straßenwalze M 819 F

Verfasst: 21.01.2026 23:38
von Norbert
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Hallo Frank,

alle Achtung für Deine rasche Auffassungsgabe in Bezug auf den MBK. Im Prinzip ist das kein Hexenwerk, man benötigt aber doch wichtige Grundkenntnisse und -fähigkeiten in Mechanik und Materialbearbeitung.

Wenn ich Dich richtig verstehe, wurde bei den Rechteckplatten der Flansch zunächst flach gebogen, wahrscheinlich in einem Schraubstock, was i.a. kein Problem darstellt.
Die nun flache Platte wurde dann - z.B. mit einer Blech-Hebelschere - auf das erforderliche Maß zugeschnitten.
Im nächsten Arbeitsgang wurde die flache Platte mit einer 3-Rollen Biegemaschine ('Walze') auf die gewünschte Krümmung gebogen.
Im letzten Arbeitsgang, wurden die beidseitig letzten Lochreihen wieder abgewinkelt, vermutlich auch mit Hilfe eines Schraubstocks.

Soweit kann ich Deine Arbeitsgänge - hoffentlich richtig - nachvollziehen.
Meine Erfahrung mit zurückgebogenen Flanschen ist durchaus unterschiedlich.
Bei den Bauteilen der 1920er Jahre gab es deutlich unterschiedliche Blechqualitäten von sehr hart bis sehr weich und Stärken von 0,5 - 1,2 mm.

Das Flachbiegen des Flansches versprödete manchmal die Biegestelle derart, daß das Zurückbiegen einen Bruchs verursachte, der das Bauteil unbraucbar machte.
Abhilfe in diesn Fällen gab ein Weichglühen der gesamten Platte vor dem Biegevorgang im Strömungbereich der Flammgase in meinem ETA Stückholzkessel.
Nach dem letzten Arbeitsgang muß die Platte natürlich frisch brüniert weden.

Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht?

Gruß
Norbert
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P.S.: Weißt Du schon, daß im Forum mehrere mit dem MBK gebaute 3-Rollen Biegemaschinen vorgestellt wurden?
Hier ein Beispiel: viewtopic.php?f=48&t=94
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Re: Märklin Straßenwalze M 819 F

Verfasst: 22.01.2026 07:11
von Frank
Hallo Norbert,
so kompliziert wie Du das beschreibst habe ich das garnicht gemacht. Ich habe an den abgewinkelten Rechteckplatten die Winkel mit der Handhebelschere abgeschnitten, eingeküzt, gewalzt und an der Abkantbank abgekantet. Es gab keine Beschädigungen und nachbrünieren brauchte ich auch nicht.

Viele Grüße Frank

P.S.:Die Walze kenne ich schon, ich habe eine größere 3-Walzen Biegemaschine 300 mm lang.